Multimediale Lesung mit dem Rapper Kutlu Yurtseven am 2. Oktober
Kutlu Yurtseven, Gründer der deutsch-türkisch-italienischen Rap-Gruppe Microphone Mafia aus Köln, kommt nach Tübingen. Im Gepäck hat er Geschichten aus mehreren Jahrzehnten Hip-Hop, deutsch-türkisch-italienischer Migrationsgeschichte und gesellschaftspolitischem Engagement – und natürlich Musik. Die multimediale Lesung findet statt am Freitag, 2. Oktober 2026, 20.30 Uhr, im Café Haag, Vor dem Haagtor 1. Der Eintritt ist frei, es ist keine Anmeldung erforderlich. Yurtseven liest aus dem Buch „Eine ehrenwerte Familie“, das er gemeinsam mit seinem Bandkollegen Rossi Pennino geschrieben hat. Und weil die Geschichte von Microphone Mafia ohne Musik nicht zu erzählen ist, wird nach der Lesung weitergemacht: mit Microphone-Mafia-Songs und Party. Veranstalter ist der Integrationsrat der Universitätsstadt Tübingen im Rahmen der interkulturellen Woche. Microphone Mafia wurde 1989 in Köln gegründet. Von Anfang an gehörten unterschiedliche Sprachen, Perspektiven und Erfahrungen zur Musik der Band. Ihre Songs erzählen von Familien, die als sogenannte Gastarbeiter nach Deutschland kamen, von ihren Kindern und Enkeln, von Zugehörigkeit und Ausgrenzung – aber auch von Freundschaft, Lebensfreude und dem selbstverständlichen Miteinander verschiedener Kulturen. Dabei wird es immer wieder politisch. Rassismus, die Brandanschläge der 1990er-Jahre und die NSU-Verbrechen haben Spuren in der Musik und im Engagement der Band hinterlassen. Kutlu Yurtseven erlebte die Folgen des NSU-Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße aus unmittelbarer Nähe. Er engagierte sich anschließend unter anderem bei der Initiative „Keupstraße ist überall“ und wirkte im Theaterstück „Die Lücke“ des Schauspiels Köln mit.
Yurtseven ist Rapper, Schauspieler, rassismuskritischer Aktivist und Sozialarbeiter – und bezeichnet sich selbst als „Gastarbeiterkind“. Gemeinsam mit Rossi Pennino erzählt er in „Eine ehrenwerte Familie“ deshalb nicht nur Bandgeschichte. Es geht um Familiengeschichte, deutsche Migrationsgeschichte und die Frage, wer eigentlich bestimmt, wer dazugehört.
(Pressemitteilung der Universitätsstadt Tübingen)
